Citroën C4 PureTech 130 – Citroën Cactus PureTech 110!
Beide stammen aus der gleichen Modellfamilie und sind doch so verschieden. Der Citroën C4 zählt zu den normalen Kompakten in der Golf-Klasse, mit einer Prise Luxus und einem Schuss Mini-Van. Der Cactus dagegen ist ein Crossover, mit der rustikalen Optik eines SUV und cleveren Detail-Lösungen. wheels! startet einen Vergleich der Konzepte.

 

Interieur
Die Marke Citroën hat sich in den letzten Jahren mit pfiffigen Modellen wieder in Szene gesetzt. Eigenständige Optik, ungewöhnliche Details und eigenwillige Technik-Lösungen prägten auch schon die Modelle der sechziger und siebziger Jahre. In dieses Raster fallen auch der C4 und noch mehr sein ungewöhnlicher Bruder, der Cactus. Von den Aussenmassen gleichen sich die beiden Kontrahenten. Der C4 ist etwa 15 Zentimeter länger und 6 Zentimeter breiter. Im Innenraum macht sich das aber kaum bemerkbar. Subjektiv hat man im Cactus sogar mehr Platz, weil das Interieur luftiger gestaltet wurde. Dafür ist die Übersicht, speziell nach hinten im Cactus bescheidener. Der Cactus besticht mit einem schicken Innenraum-Design und tollen Detaillösungen. Endlich mal wieder ein richtiger Citroën. Der Fahrer bedient den iPad-grossen Touchscreen mit einem multifunktionalen grossen Drehgriff in der Mittelkonsole, das reduziert die Schalter und Knöpfe der Armaturen. Sehr kreativ im Cactus auch der Kontrast von Türgriffen, die aussehen wie massive Kofferschlaufen, und den reduzierten Digital-Anzeigen. Im Fond herrscht eine Kargheit, wie man sie noch vom Citroën 2CV kennt: Eine Teilung der Rückbank fehlt ebenso wie Fensterkurbeln – es gibt für die Hinterbänkler nur Ausstellfenster. Was man kaum glauben mag, diese archetektonisch, skandinavisch wirkende Funktionalität entschleunigt und beruhigt. Man denkt auf dem Nachhauseweg schon an das im Wohnzimmer prasselnde Kaminfeuer. Im C4 dagegen herrscht fast teutonische Nüchternheit und die groben Digitalzahlen der Instrumente wirken hier wie eine Old School-LCD-Uhr aus den Siebzigern. Dafür kann der C4 mit dem Kofferraum punkten. Das Ladevolumen ist zwar mit 15 Litern zwar nur minimal grösser, aber die Ladekante sitzt tiefer. Das schont den Rücken beim Getränkekauf.

 

Exterieur
Ähnlich geht es bei beiden Citroën auch beim Exterieur weiter. Optik UND Praktikabilität spielen beim Cactus eine grosse Rolle. Für einen Crossover hat er sehr flache Scheiben. Das betont die schnittige Line und reduziert die Gesamthöhe auf ein Normalmass. Eine tolle Idee sind die Airbumps. Die mit Luftkapseln versehenen Thermo-Polyurethan-Matten an Türen, Heck- und Fronpartie sollen die Karosserie vor kleinen Remplern und Kratzern schützen. Ob das auch gut aussieht, muss jeder für sich entscheiden. Die beim Testwagen in weiss gehaltenen Matten jedoch verschmutzten schnell und waren nur schwer wieder sauber zu bekommen. Der C4 bietet dagegen unauffällige Kompaktwagenoptik, wirkt aber insgesamt wertiger. Und der Einstieg gerät kommoder, weil die Türen etwas höher ausfallen.

 

Fahren
Beide Modelle haben den Dreizylinder Benziner mit 1,2 Litern Hubraum. Der im Test-Cactus leistet 110 PS, die stärkste erhältlich Maschine in dem Crossover. Der C4-Motor legt noch Mal 20 PS drauf. Warum der 130 PS Motor im Cactus nicht erhältlich ist, erschliesst sich der Redaktion nicht. Es spielt aber auch keine grosse Rolle, denn die 20 PS Mehrleistung machen sich im Fahrbetrieb kaum bemerkbar. Allenfalls bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn, also nicht in der Schweiz. Der Drehmomentverlauf ist bei beiden Modellen ähnlich und das ist im alltäglichen Fahrbetrieb entscheidend. Subjektiv geht der Cactus sogar besser, was am Schaltgetriebe liegen mag. Die Automatik des C4 schluckt etwas an Leistung. Interessanterweise schleppt der SUV-ähnliche Cactus auch etliche Kilos weniger mit sich rum. Das macht sich auch im Verbrauch bemerkbar. Wobei vorab gesagt werden muss. Besonders sparsam, sind trotz moderner Dreizylinder-Technik beide Citroëns nicht. Schluckt der C4 im Schnitt 7,2 Liter begnügte sich der Cactus mit gut einem halben Liter weniger. Dafür fährt sich der C4, nun sagen wir „erwachsener“. Sein Fahrverhalten ist untadelig. Leider arbeitet die Sechstufen-Wandlerautomatik nicht immer ruckfrei, speziell beim Anfahren. Beim Cactus merkt man, dass dort die Bodengruppe des Peugeot 208 darunter steckt, er wirkt in gewissen Fahrsituationen etwas schwammig. Dafür hat man Spass bei Sortieren der Gänge des manuellen Getriebes.

 

Technische Daten Citroën C4 PureTech 130 EAT6
Preis ab 30 000 Franken
Hubraum 3-Zylinder-Turbo, 1,2 Liter
Leistung 130 PS bei 5500 U/min
Drehmoment 230 Nm bei 1750/min
Antrieb Frontantrieb
0 bis 100 km/h 10,9 Sekunden
Spitze 197 km/h
Verbrauch 4,9 l/100 km (Werksangabe) Testverbrauch 7,2l/100km
CO2 113g/km (Werksangabe)
Aussenmasse 4329x1789x1489 mm
Ladevolumen 408 – 1185 Liter
Markteinführung 2014
Wichtigstes Modell Citroën C4 PureTech 110 ab 21 700 Franken
Konkurrenten Peugeot 308 (ab 20 900 Franken); Skoda Rapid Spaceback (ab 15 750 Franken)

 

Technische Daten Citroën C4 Cactus 110 S&S Shine
Preis ab 25.350 Franken
Hubraum 3-Zylinder-Turbo, 1,2 Liter
Leistung 110 PS bei 5500 U/min
Drehmoment 205 Nm bei 150/min
Antrieb Frontantrieb
0 bis 100 km/h 9,3 Sekunden
Spitze 188 km/h
Verbrauch 4,7 l/100 km (Werksangabe) Testverbrauch 6,6l/100km
CO2 107g/km (Werksangabe)
Aussenmasse 4157x1729x1490 mm
Ladevolumen 358 – 1170 Liter
Markteinführung 2014
Wichtigstes Modell Citroën C4 Cactus Pure Tech 82 ab 19 150 Franken

 

Fazit:
Welcher für wen?
Verdrehte Welt im Falle von Citroën Cactus und C4. Der C4 ist in diesem Vergleich der gediegene Cruiser für längere Strecken mit einer Prise Luxus und einem kommoden Fahrverhalten. Der Crossover Cactus dagegen spielt den sympathischen Alleskönner für den Stadtverkehr und als Familien-Transporter, gewürzt mit pfiffigen Ideen und einer coolen Optik.

 

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Fotos: Marc Berger, Fabian Bur, zvg