Chic wie eine Göttin in Frankreich

Mit dem Markennamen DS zielt Citroën wieder auf die alten Werte, die mit dem Modellnamen verknüpft sind: technischer Fortschritt, progressive Optik und komfortables Fahren. Das DS 3 Cabrio wird dem fast immer gerecht.

Sportlich statt Sänfte
Denn beim Fahren bietet der DS 3, gerade mit der neuen THP-165-Motorisierung, viel Spass. Von unten raus zieht der 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder schön durch und bekommt ab 4000 Umdrehungen einen zweiten Wind. Dann geht es richtig ab, was man dem feminim wirkenden Wagen so gar nicht zutraut. Allerdings ist der Motor akustisch deutlich vernehmbar. Mit dem gut abgestuften 6-Gang-Getriebe kommt man so optimal vorwärts. Früher zeichneten sich französische Automobile durch eine sehr kommode Fahrwerksabstimmung aus. Die segelten dann aber auch mit einer entsprechenden Schräglage durch die Kurve. Ganz im Gegenteil beim DS 3 Cabrio. Wow, ist das Fahrwerk knackig! Entsprechend neutral und willig lenkt der Dreitürer ein und spielt auf der Landstrasse den Gute-Laune-Spender. Die gut konturierten Sitze bieten Seitenhalt und verstärken den Spass noch zusätzlich. Bei schlechteren Strassenverhältnissen rappelt es dafür aber auch mal im hinteren Gebälk, gerade bei offenem Faltdach. Trotz vornehmlich flotter Fahrweise genehmigte sich der jetzt mit einem Start-Stopp-System ausgerüstete Franzose nur 6,6 Liter im Durchschnitt. Ein grosser Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Cabrio sind auch die reduzierten Windgeräusche bei geschlossenem Dach. Da macht auch ein hohes Tempo bei längeren Autobahnetappen viel Freude.

Haute Couture auf Rädern
Was waren die Citroën-Modelle der letzten beiden Jahrzehnte langweilig. Saxo, Xsara, Berlingo und Co. zogen designmässig keine Wurst vom Teller. Seit ein paar Jahren dürfen die hauseigenen Formgestalter wieder zeigen, was sie können. Das demonstriert der DS 3 Cabrio sehr schön. Er wirkt sehr eigenständig, wenn auch etwas verspielt. Vorne prangt nun unübersehbar das DS-Logo über dem Citroën-Chevron. Der 3,95 Meter kurze Kompaktwagen wirkt bullig, aber nicht übertrieben sportlich. Der Begriff Cabrio in der Modellbezeichnung bedeutet natürlich einen kleinen Etikettenschwindel, das ist aber nachsehbar. Denn das grosse Faltdach bietet unübersehbare Vorteile gegenüber einem Faltverdeck. Es öffnet in drei Stufen elektrisch, und das auch während der Fahrt bis zu einem Tempo von 120 km/h. So muss man nicht auf der Autobahn langsam dahinzuckeln, wenn ein Regenschauer droht, der DS-Besatzung die Frisur zu zerstören. Zudem ist es beim Sport Chic Plus auffällig gemustert und erinnert an einen klassischen französischen Brokatmantel. Auch das Interieur inklusive schwebendem Häubchen über den Anzeigen passt sich an das plakative Äussere an und ist trotzdem praktikabel. Leder, Alu und Klavierlack-Optik wirken schick und gut verarbeitet. Das gilt allerdings nicht für das installierte Navi. Es hinkt mindestens zwei Generationen hinterher. Auch der Handschuhfachdeckel wirkt einfach nur billig. Zudem ist die Kofferraumöffnung mit einer Höhe von nur 28 Zentimetern so klein, dass nicht einmal ein Wäschekorb oder Getränkekasten hindurchpasst. Ansonsten gibt es nichts zu meckern.

Technische Daten Citroën DS 3 Cabrio
Preis ab 28 580 Franken
Hubraum 4 Zylinder Turbo, 1,6 Liter
Leistung 165 PS bei 6000 U/min
Drehmoment 240 Nm bei 4000/min
Antrieb Frontantrieb
0 bis 100 km/h 7,5 s
Spitze 217 km/h
Testverbrauch 6,6 l/100 km
CO2 129 g/km
Aussenmasse 3950 x 1715 x 1460 mm
Ladevolumen 245 Liter
Markteinführung 2013
Wichtigstes Modell 1,2 PureTec 110 So Chic ab 26 690 Franken
Konkurrenten Opel Adam Swing Top (ab 17 700 Franken)
Fiat 500 C Pop (ab 18 190 Franken

CitroenDS3_1

Fazit: Lässig, aber auch nachlässig
Der kleine Franzose macht vieles richtig, aber nicht alles. Motor und Fahrverhalten bieten Spass bei flotter Fahrt, die Optik macht an und das variable Faltdach bringt viel, aber nicht zu viel Frischluft in das schicke Interieur. Wer allerdings eine französische Sänfte erwartet, wird enttäuscht. Auf die kleine Kofferraumöffnung muss man sich einstellen. Und das serienmässige Navi hat mich so geärgert, dass ab der dritten Fahrt das 5 Jahre alte Navi zum Einsatz kam.

Vor- und Nachteile

  • zugfreies offenes Fahren
  • geschlossen leise
  • niedriger Verbrauch von 6,6 l
  • stylisches Interieur
  • gute Sitze
  • sportliches Fahrwerk

  • Bedienung und Routenführung Navi
  • Öffnung Kofferraum zu klein
  • Karosseriegeräusche bei Bodenwellen