Kompakter Crossover!

Kompakte SUV boomen. Von einfach (Suzuki Vitara), über günstig (Ssangyong Tivoli) bis edel (Range Rover Evoque) überschwemmen sie den Markt, und die Kundschaft nimmt sie dankbar an. Jetzt rückt auch Honda mit dem neuen HR-V nach und will sich ein Stück vom Kuchen abschneiden.

 

Design: SUV mit Coupè-Anleihen!
Eines mal vorneweg. Auch Honda kann das Rad nicht neu erfinden. Das heisst, ein SUV wird immer wie einer aussehen. Trotzdem haben sich die Designer Mühe gegeben und mit ein paar Tricks dem HR-V eine kleine Coupé-Silhouette verpasst. So fallen die hinteren Seitenfenster etwas stärker zum Heck hin ab, und die hinteren Türgriffe sind gut versteckt. Die Dachlinie verjüngt sich nur leicht. Das ist gut für den Kopfraum der Hinterbänkler. Ansonsten präsentiert er sich als gestandener Kompakt-SUV, den es in drei Ausstattungslinien ab 22 500 Franken gibt. Auf Wunsch sind 17-Zoll grosse Aluräder erhältlich, die dem Japaner ausgezeichnet stehen. Das cleane Design setzt sich im Innenraum fort. Die Mittelkonsole mit dem grossen Display orientiert sich leicht zum Fahrer hin. Ein Merkmal, das BMW vor vielen Jahren eingeführt, aber mittlerweile wieder vergessen hat. Über das Display steuert man die zentralen Funktionen wie Navigation, Telefon und Entertainment. Die Bedieneinheit für die Klimatisierung findet sich schick untergebracht ein Stockwerk tiefer. Die hohe Mittelkonsole soll die sportliche Sitzposition eines Coupés simulieren. Tatsächlich sitzt man aber 10 Zentimeter höher, was natürlich der Übersichtlichkeit zugutekommt. Die von Honda «Magic Seats» genannten Autosessel sind tatsächlich bequem und leicht verstellbar. Die Japaner statten den neuen HR-V mit einer Vielzahl von Assistenzsystemen aus. In der mittleren Ausstattungsreihe Elegance sind bereits alle serienmässig. Kollisionswarnung, Spurhalte- und Fernlicht-Assistent oder die Verkehrszeichenerkennung. Der radargestützte City-Notbremsassistent funktioniert allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von 32 km/h.

 

Technik: Zwei Motoren zur Auswahl
Viel Auswahl bei der Motorisierung lässt einem Honda nicht. Zur Wahl stehen ein 1,6-l-Diesel mit 120 PS und der von uns gefahrene 1,5-l-Benziner mit VTEC-Technologie und 130 PS. Prekärer erscheint jedoch der Umstand, dass der kleine Sports Utility in der Schweiz nur mit Frontantrieb lieferbar ist. Bei der Testfahrt haben wir uns zunächst für den Benziner mit dem automatischen CVT-Getriebe entschieden. Honda betont, dass dieses stufenlose Getriebe für den europäischen Markt extra neu abgestimmt wurde. Doch davon ist beim Losfahren nicht viel zu spüren. In Verbindung mit dem 1,5-l-VTEC ergeben sich enttäuschende Fahrwerte. Der HR-V agiert wie ein müder Ackergaul. Im Fahrmodi «S» wie Sport wird es etwas besser. Der 1,5-Liter-Vierzylinder braucht Drehzahlen. Beim Blick auf die technischen Daten wird das klar. Der Saugmotor bringt seine höchste Leistung von 130 PS bei einer hohen Drehzahl von 6600 U/min und das höchste Drehmoment von 155 Newtonmeter erst bei 4600 U/min. Das in einer Zeit, wo die meisten Turbo-Benziner den Drehmoment-Bestwert schon bei 1500 U/min abliefern. Dafür sind die angegebenen Verbrauchswerte niedrig. Mit dem CVT soll der Kompakt-SUV im kombinierten Verbrauch nur 5,2 Liter Benzin benötigen. Der Umstieg in ein Modell mit manuellem 6-Gang-Getriebe brachte eine spürbare Verbesserung. Er genehmigt sich mit dem Schaltgetriebe aber auch einen halben Liter mehr Sprit. Trotzdem ist der an sich gute VTEC-Benziner in einem kleinen und leichten Sportwagen besser untergebracht. HR-V-Interessenten sollten in diesem Fall unbedingt den Diesel in ihre Wahl miteinbeziehen. Zumal der Diesel mit 4 Litern auskommen soll. Ansonsten macht der HR-V im Fahrbetrieb alles richtig. Das Fahrwerk zeigt sich für einen SUV mit wenig Seitenneigung sportlich abgestimmt, aber nicht übertrieben hart. Die Motor- und Windgeräusche sind gut abgedämmt. Dank der Variabilität der Honda «Magic Seats» eignet sich der HR-V für kleine Familien, wie auch für freizeitorientierte Besitzer. Im sogenannten «Long Modus», bei dem sich die Lehne des Beifahrersitzes ganz nach vorne umklappen lässt, passt auch ein Surfbrett in den Innenraum. In die Bedienung des Infotainment-Systems muss man sich etwas hineindenken. Anscheinend unterscheidet sich die asiatische logische Denkweise von der unsrigen. Und auch die Optik der Darstellungen des Displays erinnert zeitweise an ein Videospiel der 80er-Jahre.

 

Technische Daten Honda HR-V 1.5-VTEC CVT
Preis ab 27 000 Franken
Hubraum 4-Zylinder Benzin, 1,5 Liter
Leistung 130 PS bei 6600 U/min
Drehmoment 155 Nm bei 4600 U/min
Antrieb Frontantrieb, stufenloses CVT-Getriebe
0 bis 100 km/h 10,8 s
Spitze 189 km/h
Verbrauch 5,2l/100 km (Werksangabe)
CO2 120 g/km (Werksangabe)
Aussenmasse 430 x 177 x 161 cm
Ladevolumen 453–1026 Liter
Markteinführung 2015
Wichtigstes Modell Honda HR-V 1.5 VTEC (ab 25 100 Franken)
Konkurrenten Opel Mokka (ab 30 700 Franken); VW Tiguan (ab 33 200 Franken)

 

Fazit
Der HR-V könnte ein Gewinner sein. Ein moderner und gut durchkonstruierter Kompakt-SUV, ganz, wie man es von Honda erwarten kann. Dass es ihn nur mit Frontantrieb gibt, schränkt den Käuferkreis in der Schweiz ein. Und der sollte sich genau überlegen, zu welcher Motorisierung und vor allem zu welchem Getriebe er greift. Denn der Preis und die gute Ausstattung sprechen für den Honda HR-V.

Vor- und Nachteile

  • grosser Innenraum
  • niedriges Geräuschniveau
  • übersichtliches Cockpit
  • Platzverhältnisse
  • Verarbeitung

  • Müder Antritt (CVT)
  • kein Allrad lieferbar

 

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