Lassen Sie sich diesen Namen auf der Zunge zergehen: Jannarelly, das klingt ja mindestens so melodiös und kraftvoll wie Lamborghini oder Maserati! Der Franzose Anthony Jannarelly hat einen ultracoolen Retro-Renner entwickelt, auf den viele Sportwagenfans schon megaheiss sind.

Klein, geil, sexy!

Wie ein klassischer Rennwagen aus den frühen Sechzigern steht er da: Ein grosses und tiefliegendes Kühlermaul, eine lange Haube vorne, eingerahmt von sexy geschwungenen vorderen Kotflügeln. Das Ganze geht über in eine knapp geschnittene Fahrgastzelle, umrahmt vom Hauch einer Frontscheibe. Das Heck, schlank und knackig kurz. Die bauchigen Reifen stehen satt in den Radhäusern. Und das Schönste daran: Keine Spoiler, Diffusoren oder Schweller verunstalten wie bei den meisten anderen Sportwagen den Anblick. Klein, geil, sexy und puristisch! Auf den ersten Blick erinnert das Design an den legendären Ferrari 250 Testa Rossa von 1957 oder auch an den Mach 5-Rennwagen der legendären Anime-Serie «Speed Racer» aus Japan von 1967.

Definition «Speed Racer» Definition «Speed Racer»

Verantwortlich für diese Skulptur auf Semi-Slicks ist Anthony Jannarelly. Der Franzose gestaltete schon diverse Objekte, bei denen er klassisches Retro-Design mit modernen Elementen verbindet. Auch für kleine Sportwagenmanufakturen wie W-Motors war er schon tätig. Jetzt hat sich der Caterham-Fahrer den Traum vom eigenen Sportwagen erfüllt. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Frederic Juillot zieht er in Dubai eine kleine Manufaktur auf. Mindestens fünf Exemplare der Jannarelly-Sportwagen möchte der Franzose im Monat bauen.

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Typische Rennwagen-Gene – Leichtbau und Mittelmotor

Das Technik-Layout richtet sich nach dem gängigen Muster sportlicher Kleinserienfahrzeuge. Über einen Gitterrohrrahmen spannt sich eine Aussenhaut aus Glasfaser-Kunststoff, Aluminium und Kohlefaserelementen. Ungewöhnlich ist die Lage der Antriebseinheit. Anders als es die lange vordere Haube vermuten lässt, sitzt das Triebwerk quer zwischen Besatzung und Hinterachse. Der 3,5 Liter V6, eine Leihgabe aus dem Hause Nissan, leistet 300 PS. Per manuellem Sechsgang-Getriebe wird die Power an die selbstverständlich mit einem Sperrdifferential ausgerüstete Hinterachse geliefert. Jannarelly schätzt, dass sein 710 Kiogramm leichter Retro-Power-Bolide von null auf 100 km/h in vier Sekunden beschleunigt und ein Spitzentempo von über 220 km/h erreicht. Angesichts der niedrigen Frontscheibe bestimmt ein gut durchgelüftetes Erlebnis. Auf Wunsch sind aber auch eine höhere Frontscheibe und ein Hardtop erhältlich. Den Fahrbahnkontakt halten vorne 225/50er- und 245/45er-Reifen an der Hinterachse auf 16-Zoll-Aluminiumfelgen. Komisch, auf den Bildern sehen die Reifen viel bauchiger aus. Die Special Launching Edition, auf 30 Fahrzeuge limitiert, wird etwa 75 000 Euro kosten. Um die Zulassung in Europa kümmert sich der Importeuer Marcassus Sport aus Colomiers bei Toulouse. Ob alle Schweizer Zulassungshürden übersprungen werden können, ist final noch nicht geklärt.

Fazit
Hoffentlich schafft der Jannarelly Design-1 die Schweizer Homologation für die Strassenzulassung. Um diese Schönheit nur auf der Rennstrecke zu bewegen, ist er einfach zu sexy. Ein Traum für Autofreaks, denen ein Porsche Boxster zu gewöhnlich und ein Alfa 4c zu langsam ist.
Technische Daten Jannarelly Design-1
Preis Ca. 85 000 Franken
Hubraum V6-Benziner, 3,5 Liter
Leistung 304 PS
Drehmoment 371 Nm
Antrieb Sechsgang, Heckantrieb
0 bis 100 km/h 4,0 s
Spitze 220 km/h
Verbrauch Nicht bekannt
CO2 Nicht bekannt
Aussenmasse (LxBxH) 386 x 184 x 108 cm
Ladevolumen Nicht bekannt
Markteinführung 2017
Konkurrenten Lotus Exige 350 Sport Roadster (79 000 Franken)
Alfa Romeo 4c Spider (84 000 Franken)
Lotus Exice 350 Sport

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