John`s Boy Racer!

Ein Mini stemmt die Muskeln. Traditionell steht die Bezeichnung John Cooper Works, kurz JCW, für den stärksten Mini Cooper. In der jüngsten Ausgabe reissen jetzt 231 PS an den Vorderrädern.

 

Design: Mini mit maximaler Optik
Kleine Kinder bekommen grosse Augen. Erwachsene Männer schnalzen anerkennend mit der Zunge, und Damen mittleren Alters erröten leicht und legen noch etwas Rouge auf. Das sind typische Reaktionen, wenn Passanten auf den Mini Cooper JCW aufmerksam werden. Den JWC mag jeder. Trotz rennsportlicher Attribute, wie Heckspoiler und Doppelrohr-Mittelauspuff, die auf manche Verkehrsteilnehmer wie ein rotes Tuch wirken, ist der JWC ein Sympathie-Träger. Auch sonst geizt der kompakte Dreitürer nicht mit optischen Gadgets. 18 Zoll grosse Aluminium-Räder, Seitenschweller, Rennstreifen, Lufteinlässe an der Front, alles an Bord für den passenden Auftritt. Und das fast schwarz wirkende Rebel Green steht ihm auch ausgezeichnet. Dazu typisch Mini, ist der von BMW verantwortete, aber in England gebaute Racer mit einer tadellosen Verarbeitung und Karosseriequalität gesegnet. Das gilt auch für den Innenraum. Premium in der Kompaktklasse eben, was man nebenbei bemerkt bei der Preisgestaltung auch erwarten kann. Optisch orientiert sich auch das 2015er-Modell innen auch immer noch am Ur-Mini mit dem zentral platzierten Tacho. Heute findet sich in der kreisrunden Bedieneinheit das Display für Navi, Multimedia usw. Auffällig ist die äussere LED-Leuchteinheit, die je nach Fahrmodi auch die Farbe wechselt. Das Head-up-Display dagegen könnte eine Spur mehr Leuchtkraft vertragen. Die Sitzposition in den viel Seitenhalt bietenden Sitzen ist an sich ausgezeichnet. Aufgrund der kleinen Scheiben leidet jedoch die Übersichtlichkeit. Speziell, wenn man an der Ampel in der ersten Reihe steht, ist diese oft nicht mehr einsehbar. Der Einstieg nach hinten ist arg begrenzt, quasi MINImal. Das schränkt die Auswahl der Mitfahrer automatisch ein. Personen über 1,80 Meter mögen sich woanders anstellen. Das gleiche gilt für den Kofferraum. 211 Liter Fassungsvermögen reduzieren das Reisegepäck auf ein MINImum. Und das, obwohl die dritte Generation des New Mini in der Länge zum Vorgänger um 13 Zentimeter gewachsen ist.

 

Technik: Mini mit maximaler Fahrdynamik
Dafür punktet der JCW beim Fahren. BMW spendiert dem neuen JCW einen 2,0 Liter grossen Vierzylinder Turbo mit eindrucksvollen 231 PS. 246 km/h Spitze sind damit laut Werksangabe drin. Wir vergnügten uns lieber auf kleinen Passstrassen. Sofort wird klar, was für ein tolles Fahrdynamik-Paket da geschnürt wurde. Für einen Fronttriebler mit viel Leistung lässt sich der Mini sehr agil und neutral um die Ecken schmeissen, auch wenn der aktuelle JCW mit einem Gewicht von knapp 1300 Kilo (mit Automatik) kein Leichtgewicht mehr ist. Nur bei übermässig viel Gaseinsatz kommen die Vorderräder an ihre Grenzen, und die elektronischen Helferlein greifen regelnd ein. Als Gimmick pöttert der Motor so schön beim Runterschalten aus höheren Drehzahlen. Mit dem 6-Gang-Steptronic-Getriebe findet man jederzeit die passende Übersetzung. Auch bei höheren Drehzahlen sind die Gangwechsel gut verschliffen, das heisst, es sind kaum Lastwechselreaktionen zu spüren. In 6,1 Sekunden stürmt der mit einer Steptronic ausgestattete JCW von null auf Tempo 100. 0,3 Sekunden schneller als mit der Handschaltung. Und die vom Spezialisten BREMBO zugekaufte Bremse macht auch bei sportlichen Bergabfahrten nicht schlapp. Auch auf längeren Strecken wird das mit einer elektronischen Dämpfer-Control ausgerüstete Fahrwerk nicht übertrieben hart. Wer viel leistet, braucht viel Futter. Das gilt auch für einen potenten Mini. Die Werksangabe von 5,7 Litern schafft der Kleine nur im Fahrmodus GREEN. Dann sollte man aber aufpassen, ob nicht ein alter Mini der ersten Generation zum Überholen ansetzt. Ruft man die Leistung des JCW öfters ab, und dafür wird er ja gebaut, rauschen auch mal 8 Liter und mehr durch die Benzinleitungen.

 

Technische Daten Mini Cooper JCW
Preis ab 37 900 Franken
Hubraum 4-Zylinder Turbo, 2,0 Liter
Leistung 231 PS bei 5200 U/min
Drehmoment 320 Nm bei 1250 U/min
Antrieb Frontantrieb
0 bis 100 km/h 6,1 s
Spitze 246 km/h
Verbrauch 5,7 l/100 km (Werksangabe)
7,7 l/100 km (Praxisangabe)
CO2 133 g/km (Werksangabe)
Aussenmasse 387 x 173 x 141 cm
Ladevolumen 211–731 Liter
Markteinführung 2015
Wichtigstes Modell Mini Cooper 3Door (ab 26 050 Franken)
Konkurrenten Opel Corsa OPC (ab 30 700 Franken);
Renault Clio RS Trophy (ab 33 200 Franken)

 

Fazit
Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich einmal mit einem frontgetriebenen Kompaktwagen so viel Spass habe. Motor- und fahrwerkstechnisch ist der kleine Brite Spitze. Allerdings: So wie der John Cooper Works bei uns auf dem Redaktionsparkplatz stand, geht er für 54 000 Franken über den Ladentisch. Da reduziert sich meine maximale Begeisterung für den kleinen Flitzer mehr als nur MINImal.

Vor- und Nachteile

  • grosser Fahrspass
  • hohe Qualität

  • eingeschränkte Übersichtlichkeit
  • hoher Preis
  • kleiner Kofferraum

 

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