Es geht auch ohne Elektro: Das ist die Überzeugung der chinesischen Marke Qoros und des schwedischen Zulieferers Freevalve, die auf der Automesse in Peking in einem Prototyp die gemeinsam entwickelte Qamfree-Technologie vorstellen.

Qoros agiert in China seit wenigen Jahren als Mitspieler in der gehobenen Mittelklasse; hinter Freevalve steckt kein geringerer als Christian von Koenigsegg, der sich bislang vor allem mit Supersportwagen einen Namen gemacht hat. Das Ergebnis der Zusammenarbeit: Beim Qamfree-System wird der klassische Ventiltrieb mit Nockenwellen durch ein elektrohydraulisches System ersetzt, das die Ventile individuell kontrolliert. Damit kann auf Drosselklappe und Zahnriemen verzichtet werden. Außerdem funktioniert das System mit einer herkömmlichen Einspritzanlage so gut, dass eine teure Direkteinspritzung entbehrlich ist. Der Vor-Kat wird ebenfalls überflüssig. Das auf Basis des modernen 1,6-Liter-Turbomotors von Qoros konstruierte Aggregat steigt im Drehmoment um 47 Prozent auf 330 Newtonmeter; die Leistung klettert um 45 Prozent auf 231 PS. Gleichzeitig verbessern sich der Verbrauch um 15 Prozent, die Emissionen wegen des besseren Kaltstartverhaltens sogar um 30 Prozent. Obendrein wird der Qoros-Motor um stolze 50 Millimeter niedriger. «Zum ersten Mal wird ein stärkerer Motor kleiner und leichter», schwärmt Qoros-Motorenentwickler Klaus Schmidt, der 25 Jahre lang für die BMW M GmbH gearbeitet hat. «Wir sind exklusiv mit dem Thema befasst und könnten eigentlich direkt in die Werkzeuge gehen», so der Entwickler. Realistisch sei laut dem Hersteller ein Serienstart in zwei Jahren.

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