Macho in Metallicblau

sportliche 3,74 Meter für mehr Farbe im Stadt-Alltag und mehr Power auf kurvigen Landstrassen.

 

Design: Kleiner Racer mit Rennflagge
Laut Opel sind etwa zwei Drittel der Adam-Käuferschaft weiblich. Deshalb haben sie dem kleinen Sportler wohl auch eine Lenkradheizung verpasst. Doch da dürfte die Verkaufsabteilung in Rüsselsheim gar nicht so falsch liegen. Ich fühle mich jedenfalls sofort angesprochen von diesem kleinen Macho in Metallicblau und weissem Dach. Er sieht so knuffig aus, da kommen glatt mütterliche Gefühle in mir auf. Spass beiseite. Man darf den Kleinen nicht unterschätzen. Die Frontschürze mit Spoilerlippe und die Seitenschweller deuten es bereits an, und der Heckspoiler hinten spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: Wir haben es hier mit einem Sportler zu tun. Einem kleinen zwar, aber einem Sportler. Der Innenraum ist jugendlich frisch, mit vielen weissen Flächen, passend zum weissen Dach. Die Armaturen sind sehr übersichtlich und ansprechend, ich fühle mich auf Anhieb wohl. Die starken Recaro-Sportsitze (Option) haben mich fest im Griff, und ich will gar nicht mehr aussteigen. Es sitzt sich wirklich gut. Im Gegensatz zur hinteren Sitzreihe. Auch dort zieren hübsche weisse Nähte das edle Leder. Doch Platz ist nicht wirklich vorhanden in diesem 3,74-Meter-Auto, und der Zugang nach hinten verlangt von den Passagieren eine akrobatische Leistung ab. Auch der Kofferraum ist klein, die Rücksitze lassen sich aber ganz einfach runterklappen, und schon hat man einen schönen, grossen Stauraum. Insgesamt vermittelt der Adam S einen ganz ordentlichen Gesamteindruck, tolle Materialien, sauber verarbeitet, schon fast mit Premium-Anmutung. Der Dachhimmel ist schwarz- weiss kariert, wie die traditionelle Rennflagge, und passt ebenfalls zu diesem kleinen Racer.

 

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Technik: Ungestümer Turbolader ab 1550 Touren
Was für ein Spass, der Adam S kann als erster Adam die Traktionskontrolle und das ESP ausschalten! Was bei 150 PS Leistung, einem maximalen Drehmoment von 220 Nm, 1,2 Tonnen Fahrzeuggewicht und einem Radstand von 2,3 Metern aber nicht ganz ungefährlich ist. Also nicht übermütig werden! Der Adam S kann nämlich sehr sportlich bewegt werden, der Turbolader setzt nach dem Anfahren ab etwa 1500 Touren ungestüm ein. In 8,5 Sekunden aus dem Stand erreicht er Tempo 100. Schluss ist erst bei 210 km/h. Zwischen 3000 und 4500 Touren macht der zwangsbeatmete Rüsselsheimer am meisten Spass und flitzt wendig um die Ecke. Enge und kurvige Strecken sind sein Lieblingsgebiet, dort kann er mit seiner Sportausstattung so richtig angeben. In der Stadt gefällt der Adam S vor allem wegen seiner hohen Agilität und seinen Aussenabmessungen. Dort sind die 150 PS, die der Adam aus 1,4 Liter Hubraum presst, nicht wirklich einsetzbar. Etwas enttäuschend ist die lang übersetzte manuelle 5-Gang-Schaltung, sie passt so gar nicht zum ganzen sportlichen Rest des Autos. Ausserdem fehlt auf der Autobahn geräuschvoll ein 6. Gang. Auch der Komfort bleibt bei so viel Sportlichkeit und kurzem Radstand etwas auf der Strecke. Der Adam S ist auf schlechtem Asphalt, rumpligen Autobahnen und bei hohen Geschwindigkeiten nicht immer super angenehm zu fahren. Umso besser gefallen die starken Bremsen, die der Adam S vom Opel Corsa OPC vererbt bekommen hat.

 

 

 

Technische Daten Opel Adam S
Preis ab  24 950 Franken
Hubraum 1.4-Liter Turbobenziner
Leistung 150 PS
Drehmoment 220 Nm bei 300 bis 4500 U/min
Antrieb Front
0 bis 100 km/h 8,5 Sekunden
Spitze 210 km/h
Verbrauch 4,9 Liter (Werk) 6,7 (Praxis)
CO2 139 Gramm
Aussenmasse  374x172x149 cm
Ladevolumen 170 bis 484 Liter
Konkurrenten Citröen DS3 1.6 THP Sport Chic (26 090 Franken) VW Polo GTI (24 700Franken)

 

Fazit:
Mit dem Fahrspass steigt auch der Benzinverbrauch.
Ein schöner Kerl, mit seinem zweifarbigen Look und den sportlich-aggressiven Designelementen. Der Innenraum ist jugendlich frisch und schafft ein Premium-Ambiente. Ein Auto, das ausserorts grossen Fahrspass bietet und schon sehr gut ausgestattet daherkommt: verchromter Auspuff, Sportfahrwerk LED-Rückleuchten und LED-Tagfahrlicht, Klimaautomatik und ein cooles Infotainment-System werden dem Sportler bereits mitgeliefert. Mit dem Fahrspass steigt auch der Benzinverbrauch, der in unserem Praxistest fast zwei Liter höher war als die Werksangabe. In der Stadt ist die Leistung, die der Kleine bereits stellt, eigentlich überflüssig. Aber Opel will mit der potenten Version dieses flippigen Lifestyle-Wägelchens vor allem die männliche Kundschaft abholen. Die Evas dieser Welt haben sie ja bereits mit dem knuffigen Design verführt.

Vor- und Nachteile

  • Design
  • Fahrverhalten

  • Verbrauch bei sportlicher Fahrweise

 

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