Apfelgrüner Giftzwerg

Der grüne Giftzwerg macht in der Liga der kräftigen Kleinwagen eine gute Figur. In der Stadt ist er agil und wendig, seine Wohlfühl-Zone liegt aber auf kurvigen Strassen im Grünen.

 

Design: Verschärfte Optik
Spritzig und frisch wirkt er, der Opel Corsa OPC der fünften Generation. Vorne prangen grosse Lufteinlässe, die den Hitzkopf bei sportlicher Fahrt wieder runterkühlen. Sogar eine kleine Lufthutze wurde dem vier Meter kurzen Kraftpaket verpasst. Hinten verraten ein schwarzer Diffusor garniert mit zwei Remus-Rohren und ein niedlicher Dachspoiler seine sportlichen Ambitionen. An der Seite prangen dicke Schweller, und an der Türleiste glänzen drei Buchstaben: OPC für Opel Performance Center. Das heisst, verschärfte Optik, ausserordentliche Fahrleistungen und ein «gepflegtes Mass an Komfort». Na dann, einsteigen! Wer vorne Platz nimmt, hats gut. Wer in die zweite Reihe verbannt wird, muss erst mal die sehr schönen, aber sperrigen Vordersitze nach vorne schieben und hoffen, dass seine Schultern durch den schmalen Durchgang passen. Am Kommandoplatz fallen sofort das unten abgeflachte Sportlenkrad und die Sportpedalerie auf. Der Rest ist etwas fade für ein so leidenschaftliches Sportwägelchen. Ein paar Lackapplikationen, ein paar Ziernähte, that‘s it. Cool sind die Recaro-Sportsitze aus Leder. Sie geben guten Halt und warten mit gnadenlos sportlicher Härte auf (so viel zum gepflegten Mass an Komfort). Aber der Kleine ist ja auch kein Langstrecken-Auto, obwohl der Geräuschpegel auch auf der Autobahn sehr angenehm ist. Der Opel Corsa OPC ist eher Spassauto für die Stadt und schöne Kurvenlandschaften ausserhalb.

 

Technik: Der kleine Grüne wird zum Knallfrosch
Endlich gibt es in der Kompaktklasse auch Features wie ventilierte Massagesitze und ein multifunktionales LED-Matrix-Licht, dass der Astra als erstes Modell in dieser Klasse einführt. Das aufpreispflichtige Extra arbeitet mit einer neuen Frontkamera. Die Scheinwerfer mit ihren 16 LED-Segmenten, übernehmen die Fernlichtsteuerung, blenden den kommenden Gegenverkehr gezielt aus und leuchten den Fahrbahnrand besser aus. Bei einer kurzen Nachtfahrt wirkte das System sehr überzeugend.   Auch am Motorensortiment hat man in Rüsselsheim stark gearbeitet. Die goldene Mitte bei den Benzinern stellt ein völlig neuer Vierzylinder auf Basis des Dreizylinders, der schon im Opel Adam Premiere feierte. Das 1,4 Liter große Aggregat leistet entweder 125 oder 150 PS. Mit der von uns gefahrenen 150 PS-Version zeigt sich der Astra mehr als ausreichend motorisiert. In der Leistungsangabe verhält sich das Triebwerk mustergültig. Auffallend ist auf der Autobahn bei höheren Tempi das niedrige Niveau der Wind- und Motorengeräusche. So lassen sich entspannt längere Distanzen überwinden. Der cw-Wert hat sich stark verbessert, aber die Übersichtlichkeit nicht gelitten. Auch auf der Landstrasse verbreitet der Golf-Konkurrent gute Laune. Die Ingenieure bewiesen ein gutes Händchen bei der Fahrwerksabstimmung. Obwohl kommod gefedert, lässt sich der Fünftürer auch dynamisch bewegen. Zugute kommt auch hier das niedrige Gewicht. Ein grosser Schritt im Vergleich zum Vorgänger. Wer noch mehr Power braucht, der greift zur 1,6 Liter Version mit 200 PS. Dieser ist aber nochmals deutlich straffer abgestimmt.

 

Technische Daten Opel Corsa OPC
Preis ab 30 700 Franken
Hubraum 1,6-Liter-Turbobenziner
Leistung 207 PS bei 4500 U/min
Drehmoment 245 Nm bei 1900 U/min
Antrieb Front, man. 6-Gang-Schaltung
0 bis 100 km/h 6,8 s
Spitze 230 km/h
Verbrauch 7,5 l/100 km (Werksangabe)
8,6 l/100 km (Praxisangabe)
CO2 174 g/km (Werksangabe)
Aussenmasse 402 x 173 x 147 cm
Ladevolumen 280–1090 Liter
Markteinführung 2015
Wichtigstes Modell Honda Opel Astra 1.4 (ab 20 900 Franken)
Konkurrenten Peugeot 208 GTi (ab 31 500 Franken);
Ford Fiesta ST (ab 25 700 Franken)

 

Fazit
Über den Sinn und Zweck von übermotorisierten Kleinwagen möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Der Opel Corsa OPC macht Spass, egal ob auf kurvigen Strecken oder im Grossstadtdschungel. Es ist einfach angenehm zu wissen, dass man den meisten anderen auf der Strasse mit einem kleinen Zwischenspurt davonfahren kann. Oder etwa nicht? Allerdings sind die Sitze und das Fahrwerk etwas gar hart, als OPC-Fahrer braucht es definitiv einen starken Rücken. Ansonsten kann das Wägelchen alles, was ein normaler Kleinwagen auch kann. Nur halt viel schneller. Und zu einem höheren Preis.

Vor- und Nachteile

  • Sportlichkeit und Handlichkeit
  • gute Serienausstattung
  • kompakte Aussenmasse

  • eher fader Innenraum
  • enger Zugang zur Rücksitzbank

 

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