Der Seat Ibiza war schon immer für junge und junggebliebene Menschen gedacht. Die legen neben ökologischer Mobilität immer mehr Wert auf Konnektivität und Vernetzung. Der neue Ibiza kann beides.

bild1_006SEATIBIZA

Smartphone auf Rädern
Wie könnte man SEAT übersetzen? Etwa so: Sportlich, Emotional, Attraktiv, …verflixt, für das T fehlt der passende Begriff! Halt! Totale Vernetzung. Das passt. Denn die grösste Errungenschaft des neuen Ibiza ist der 6,5 Zoll grosse Touchscreen im Innenraum. Eine Spielwiese nicht nur für Smartphone-Nerds. Per Android-Auto oder Apple CarPlay lässt sich das Smartphone mit allen freigegebenen Inhalten und Apps auf die Oberfläche des Bildschirms übertragen und steuern. Aber nur zertifizierte Funktionen, die den Fahrer nicht zu sehr vom Verkehr ablenken. Mit der Seat-eigenen App lassen sich Fahrprofile erstellen und zuhause auswerten. Zur weiteren Personalisierung kann der Fahrer per Gestensteuerung eine Ziffer oder ein einfaches Symbol auf den Screen zeichnen und einer bestimmten Funktion zuordnen. Ein gezeichnetes F könnte die Telefonnummer der Firma wählen. Auch ein Smartphone-Legastheniker, wie der Autor dieser Zeilen, kommt schnell damit zurecht. Genervt hat bisweilen nur das etwas träge agierende Navigationssystem. Das von Seat angebotene Sondermodell CONNECT beinhaltet gleich das dazu passende Samsung-Natel. Da tritt das neue Erscheinungsbild vom Ibiza etwas in den Hintergrund. Es gibt auch nicht viel zu berichten. Ein paar Farbakzente, neu gestaltete Aluminiumräder in 16 und 17 Zoll und ein paar nachgeschärfte Kanten im Blech, das wars. Da kann man durchaus befürchten, dass Skoda den Spaniern designmässig den Rang abläuft. Dafür wurde das Interieur neu gestaltet, und hier muss man den Designern Lob zollen. Schick und vor allem sehr übersichtlich präsentieren sich Armaturen und Mittelkonsole mit dem grossen Bildschirm, der zudem, sehr funktionell, leicht zum Fahrer hin geneigt wurde.

Härte ist nicht mehr gefragt.
Die Marke Seat steht schon seit den 90er-Jahren für Agilität und sportlichen Fahrspass. Laut einer Umfrage wünschten sich trotzdem viele Ibiza-Besitzer ein komfortableres Fahrwerk. Eine Federrate, die der Besatzung bei jedem Gullideckel die Plomben aus dem Gebiss treibt, ist nicht mehr gefragt. Dem haben die Ingenieure beim Facelift Rechnung getragen. Der kleine Fünftürer reagiert nun sensibler auf Unebenheiten, ohne aber an Agilität zu verlieren. Dazu trägt auch die neue elektrisch angetriebene Servolenkung bei.

Bei all den neuen Möglichkeiten, sich mit der Umwelt und dem Fahrzeug zu vernetzen, vergisst man fast, dass der neue Ibiza jetzt mit einer neuen Dreizylinder-Motorengeneration aus dem Volkswagen-Mutterkonzern bestückt ist. Als Volumenmodell in der Schweiz gilt der von uns gefahrene 1.0 Eco TSI mit 110 PS. Laut Seat verbraucht dieser in Kombination mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe im Schnitt nur 4,3 Liter. Auf Wunsch ist diese Motorvariante auch mit einem DSG-Getriebe erhältlich. Unter 2000 Umdrehungen tut sich bei dem kleinen Motörchen nicht viel. Das eng abgestufte Getriebe überspielt aber gekonnt diese kleine Schwäche. Im Gegensatz zu Opel verzichtet VW beim Dreizylinder-Benziner auf eine Ausgleichswelle. Die Ingenieure haben ihm aber mit einigen konstruktiven Kniffen eine hohe Laufruhe beigebracht. Im Innenraum ist der Motor, dank sehr guter Dämmung, kaum zu hören. Auch die geringen Windgeräusche tragen zur Entspannung bei. Alle Motoren, auch die Diesel, schaffen die Euro-6-Norm. Im November wird noch ein, aus dem Leon bekannter, 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS nachgeschoben. Insgesamt bietet der Ibiza ein ausgewogenes Paket für Stadt, Landstrasse und Autobahn.

 

Technische Daten Seat Ibiza 1.0 Eco TSI
Preis ab 19 950 Franken
Hubraum 3-Zylinder-Turbo, 1,0 Liter
Leistung 110 PS bei 5000 U/min
Drehmoment 200 Nm bei 2000/min
Antrieb Frontantrieb
0 bis 100 km/h 9,2 s
Spitze 197 km/h
Verbrauch 4,3 l/100 km (Werksangabe)
CO2 99 g/km (Werksangabe)
Markteinführung 2015
Konkurrenten Opel Corsa (ab 14 950 Franken);
Mini (ab 20 900 Franken)

Fazit: Die Optik tritt in den Hintergrund
Ein paar Farbkleckser genügen dem immer noch frisch wirkenden Ibiza als Facelift. Die Entwickler konzentrierten sich lieber auf die inneren Werte des Fünftürers. Der neue Ibiza bedient perfekt die junge Generation der 18- bis 30-Jährigen. Denn 96 Prozent davon zählen zu den Smartphone-Nutzern. In wenigen Jahren, wenn die ersten Ibiza als Gebrauchtwagen auf den Markt kommen, könnte dieses Ausstattungsdetail ein wesentliches Argument für den Wiederverkauf sein. Zudem fährt er angenehm leise und komfortabel. Ausser, wenn das Navi wieder mal seine Tiefschlafphase pflegt.