Spendabler Südkoreaner

Hübsche Frontpartie, geräumiger Innenraum und einfach unschlagbar im Preis: Der neue Kompakt-SUV aus Südkorea hat viel Potenzial, vor allem in Verbindung mit dem Allradantrieb, der im Herbst kommt.

 

Design: Grosszügig beim Platz und bei der Ausstattung
Modelle von SsangYong sind nicht gerade für ihre Formschönheit bekannt. Doch dieser Kompakt-SUV ist mir bereits am Genfer Auto Salon aufgefallen, vor allem wegen seiner Frontpartie: Die Frontscheinwerfer sind schön geschwungen und werden durch den schmalen Kühlergrill verbunden. Durch den kleinen Kühlergrill bleibt Platz für viel Blech mit vielen Sicken und Kanten. Insgesamt ist aber die Front wirklich schön gezeichnet, das Heck etwas weniger: Die zwei Rücklichter fliessen nicht wie bei den meisten Herstellern nach innen zueinander, sondern ergiessen sich in die Seite bis über die Radkästen. Mutiges Design, in meinen Augen aber etwas holprig. Die schwungvollen Linien über den Radkästen wirken etwas gar rustikal, da gehen die 16-Zoll-Reifen fast etwas verloren darin. Der Innenraum des Südkoreaners mit indischem Financier wird dominiert von Kunststoff, aber schön strukturiert und mit Klavierlack- und Aluminium-Applikationen. Fühlt sich angenehm an, ist sauber verarbeitet und übersichtlich. Über den Bordcomputer lässt sich problemlos das Handy verbinden und die Musikdatenbank abrufen. Allerdings muss die Option bei jedem Neustart wieder angewählt werden, sonst plärrt das Autoradio. Die grossen Primäranzeigen hinter dem Lenkrad informieren den Fahrer über alles Wichtige, leider spiegelt die Verglasung manchmal etwas unangenehm. Dafür ist das Lederlenkrad (Serie ab zweiter Ausstattungsstufe) supertoll: Es hat unten eine leichte Abflachung und fühlt sich sehr griffig an, durch ein paar wenige Knöpfe lassen sich Tempomat und Musikanlage steuern. Dazu kommen viele Ablagefächer für Getränke, Flaschen, Handy und Kleinkram. Sehr praktisch und aus weiblicher Sicht einfach unabdingbar. Der Kofferraum ist grösser als beim Golf, die hohe Ladekante erschwert aber das Beladen. Die Platzverhältnisse sind hinten und vorne sehr grosszügig, genauso wie die Preispolitik von SsangYong: Der Testwagenpreis ist mit 19 900 Franken, inklusive Tempomat, Rückfahrkamera, Lichtautomatik, Zentralverriegelung, Berganfahrassistent, Regensensor und einem Audiosystem mit Konnektivität einfach unschlagbar. Dazu gibt es 5 Jahre Herstellergarantie und 5 Jahre Euro Assistance. Wo sonst gibt es so was?

 

Technik: Etwas schwach auf der Brust
Unser Testwagen ist ein Fronttriebler und wird von einem 1,6-Liter-Benziner angetrieben. Die Diesel-Variante und der Allradantrieb werden im Herbst lanciert. Der Benziner liefert 128 PS. Das sollte eigentlich ausreichen, doch der Tivoli ist manchmal etwas schwach auf der Brust. Im Stadtverkehr bemerkt man davon nichts, da fällt lediglich eine leichte Anfahrschwäche auf. Aber über Land, wenn man von 50 auf 80 km/h beschleunigen will, drückt man aufs Gas und es kommt … nichts! Zumindest, wenn man nicht runterschaltet. Aber weniger schaltfaule Menschen als ich werden mit dem 1,6-Liter-Benziner zufrieden sein. Das manuelle Sechs-Gang-Getriebe ist gut abgestimmt, mit dem ersten Gang stand ich aber etwas auf Kriegsfuss; der wollte manchmal einfach nicht rein. Sehr praktisch im Stadt-Alltag ist die Berganfahrhilfe, die ein Zurückrollen beim Anfahren verhindert. Das Fahrwerk des Kompakt-SUV ist erstaunlich straff abgestimmt, was mir persönlich aber sehr gut gefällt. Die Lenkung ist leichtgängig und lässt sich in den drei Modi, Comfort, Normal und Sport einstellen, was beim Parkieren oder bei hohen Tempi durchaus angenehm ist.

 

Technische Daten Ssang Yong Tivoli Quartz
Preis ab 19 900 Franken
Hubraum 4-Zylinder Benziner, 1,6 Liter
Leistung 128 PS bei 6000 U/min
Drehmoment 160 Nm bei 4600 U/min
Antrieb Frontantrieb
0 bis 100 km/h 12,2 s
Spitze 181 km/h
Verbrauch 6,6/100 km (Werksangabe)
7,7 /100 km (Praxis)
CO2 154g/km (Werksangabe)
Aussenmasse 420 x 159 x 179 cm
Ladevolumen 423 –1170 Liter
Markteinführung 2015
Wichtigstes Modell
Konkurrenten Renault Captur (ab 25 200 Franken);
Mazda CX-3 (ab 26 000 Franken

 

Fazit
Der unschlagbare Preis ist sicherlich das stärkste Argument, das für den Kauf eines Tivoli spricht. Aber nicht nur: Mir hat der Innenraum mit den klugen Ablagefächern sehr gut gefallen, auch die Verarbeitung und die Materialien. Dazu die feudalen Platzverhältnisse. Das perfekte Auto für Mütter und Väter, die viel mit ihren Kindern unterwegs sind und die ein Auto als das sehen, was es ist: als praktisches und kostengünstiges Fortbewegungsmittel. Der Kompakt-SUV mit dem wohlklingenden Namen Tivoli ist zwar äusserlich weniger sexy als viele seiner Mitbewerber. Dafür gibt es ihn für beide Motorisierungen mit Allradantrieb, und das für nur 2000 Fränkli mehr. Einfach unschlagbar. Der Tivoli hat übrigens auch eine italienische Seite: Ein Städtchen in der Nähe von Rom hat dem Südkoreaner den Namen spendiert.

Vor- und Nachteile

  • Preis-/Leistungsverhältnis
  • Platzverhältnisse
  • Allrad-Option
  • Ausstattung

  • etwas schwache Motorisierung
  • Design

 

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