Ein Off-Road-Team stellt sich vor – oder wie Bobby 2.0 den Weg zum Rallye-Erfolg ebnen soll.
Das Team TimeOut Racing ist ein junges engagiertes Off-Road-Race-Team aus Wädenswil. Ihr Ziel: Ein Start mit dem neu aufgebauten Offroad-Racer Bobby 2.0 bei der Rallye Balkan–Breslau 2015. wheels! stellt in regelmässiger Folge die Aktivitäten der drei Semi-Profis vor.

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Nein, Bobby 2.0 ist kein Schiff. Bobby 2.0 ist der Nachkomme von Bobby dem Offroader, der nach der Rallye Balkan–Breslau im Herbst 2014 – in der Wädenswiler Werkstatt bei Sven Syfrig, Sven Opaska und Jörg Boesinger vom TimeOut Racing Team – in seine Einzelteile zerlegt wurde. Er war einfach nicht mehr gut genug, der alte Bobby, um mit der Amateur-Rallye-Szene mithalten zu können. Es musste etwas Neues her. Der Startschuss zum Bobby 2.0 bestand damals erst einmal im Revival des Motors. Der neue Gitterrohrrahmen sollte von der D&G Tuning in Belgien hergestellt werden, wo nebst allen nötigen Einzelteilen aus der Schweiz auch das Fahrwerk über einen Distributor aus Deutschland via Amerika eintrafen. Sven und Sven reisten daraufhin gleich persönlich nach Brüssel, um die letzten Details direkt mit Dieter von D&G Tuning am Fahrzeug zu besprechen. Auch das neue Konzept, demnach ein Teil des Kühlwassers im Gitterrohrrahmen zirkulieren wird, überzeugte ziemlich rasch. Bevor die beiden Svens in die Schweiz zurückflogen, wurde noch das wasserdichte Cockpit probehalber eingebaut und zur Abmessung der neuen Kotflügel ein Rad montiert.

Das war Ende April. Jetzt haben wir schon Ende Juli und endlich ist auch Bobby 2.0, nachdem D&G Tuning das Finetuning vorgenommen hat, wieder zurück in der Schweiz. Zwar kann Bobby erst mit einer Woche Verspätung der Speditionsfirma übergeben werden, aber mit solchen Verzögerungen muss man bei solchen Projekten eben immer rechnen. Und obwohl der belgische Zoll das Fahrzeug ganz genau unter die Lupe nimmt, verläuft der Transport alles in allem doch so speditiv, dass Sven, Sven und Jörg sich richtig sputen müssen, um die Entladung vorzubereiten. Der Lastwagen hat nämlich keine Rampe und die TimeOut Racer keinen Gabelstapler. Glücklicherweise kann das Dreiergespann kurzfristig die Lieferadresse auf die Firma GUT AUTOMOBILE in Mönchaltorf ändern, wo es dank der super Infrastruktur problemlos möglich ist, Bobby 2.0 gebührend zu empfangen und vom Lastwagen zu hieven.

Einige Fahrzeuglenker werfen neugierige, nicht selten bewundernde Blicke auf den Offroad-Racer und stellen interessiert Fragen.

Danach geht es mit Bobby auf dem Autoanhänger mit Sack und Pack ab auf die Zürichsee-Fähre. So ein Offroader ist auch für die Zürichsee-Fähre und deren Mitübersetzenden kein alltäglicher Anblick. Einige Fahrzeuglenker werfen neugierige, nicht selten bewundernde Blicke auf den Offroad-Racer und stellen interessiert Fragen. Nach dieser unterhaltsamen Überfahrt geht es dann auch nicht mehr lange und Bobby 2.0 rollt über die Schwelle seiner Werkstatt in Wädenswil. Endlich. Die Reise nach Belgien und zurück hat ganz schön viel Zeit in Anspruch genommen und es steht noch einiges bevor. Der Gitterrohrrahmen braucht etwas Farbe und somit besteht der erste Schritt an Bobby darin, die Oxidationsrückstände vom Rahmen zu schleifen. Für Sven, Sven und Jörg ist klar, dass dies eine Heidenarbeit ist, aber dass es gleich sooooooo viel Arbeit sein würde, hat keiner der drei gedacht.

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Zum Glück kann sich das TimeOut Racing Team über ein weiteres starkes Mitglied freuen. Keinen Tag zu früh. Rolf Roppel wird als neuer Teamplayer bei den Vorbereitungen und dem Aufbau von Bobby 2.0 tatkräftig mithelfen und während den Rennen die Servicearbeiten unterstützen. Rolf arbeitet sehr genau, das wissen im Team alle. Aber beim Schleifen setzt Rolf noch einen drauf. So ist der Rahmen zusammen mit Sven Syfrig in sagenhaften 60 Stunden nicht nur einfach an- sondern blitzblank geschliffen. Nebst den Rundrohren werden auch die Schweissnähte geschliffen. Bobby 2.0 soll als Visitenkarte des Teams rundum gut aussehen. Wo die Schleifmaschine nicht hinkommt, ist dann eben Handarbeit gefragt.

Rolf Roppel in seiner Paradedisziplin.
Rundrohrschleifmaschine
Die Grundierung ist dran.
Nicht von der Stange, vieles kommt von Baumaschinenzubehör.
Eine passenden Position für die Hydraulikpumpe wird gesucht.

Grundierung und Farbe waren auch schnell drauf, die Schweissarbeiten folgen auf dem Fuss. Auch wenn der Gitterrohrrahmen von Dieter schon in Belgien fertiggestellt wurde, sind da und dort noch kleinere Anpassungen nötig. Bei diesem Projekt ist eben einfach nichts von der Stange zu haben und das Viererteam geschlossen kompromisslos und detailverliebt.

Die Hydraulik für die Lenkung. Das ist der nächste Schritt auf der noch lange nicht abgearbeiteten To-do-Liste. Dafür müssen die idealen Positionen gefunden werden, wo die verschiedenen neuen Pumpen montiert werden können. Weiter wird in den nächsten Tagen der von Sven Opaska gezeichnete Treibstofftank produziert und mit dem Einbau vom Kühler und der Wasserpumpe begonnen. Einfach ein Schritt nach dem anderen, dann kommts am Schluss gut.

Es ist ein grosses Plus, dass die TimeOut Racer von drei auf vier Offroad-Begeisterte angestiegen sind. So kann sich jeder auf sein Spezialgebiet konzentrieren und die Arbeiten vorantreiben. Die vier freuen sich, Euch nach der wheels-Sommerpause die nächsten, hoffentlich grossen, Schritte zu präsentieren. Denn eines steht fest: Ende September startet die Balkan-Breslau und dann ist Ende Gelände. Bis dahin also wünschen Euch Sven, Sven, Jörg und Rolf einen schönen Sommer und schaut fleissig im TimeOut Racing Blog www.timeout-racing.ch  vorbei. Es wird und bleibt auch über den Sommer spannend.

Fotos: Pablo Faccinetto