Als Jugendlicher ist das Leben in Bezug auf eine sturmfreie Bude schwierig. Es ist daher nur verständlich, dass man sich in der Wahl der Orte, wo man sich mit einer neuen Flamme für «kuschelige Stunden» zurückzieht, überaus kreativ gibt. Das erste Mal mit dem Auto ist daher in vielen Fällen nicht weit entfernt vom ersten Mal im Auto. Dabei geht es in der Praxis nicht nur um das entsprechende Vehikel, sondern auch um einen adäquaten Parkplatz für selbiges.

Bei mir als angehendem Rennfahrer war das Ganze noch etwas anders. Mein quasi erstes Auto kam zwar früher als normal. Als Kart war es jedoch bis auf die berauschenden Vibrationen des 2-Takt-Motors, welcher aber genauso berauschende Abgase produzierte, total unbrauchbar für die schönste Nebensache der Welt.

Nah dran war ich mit 17 in einem Jugendfahrlager des Automobil Clubs. Ja, da waren Jungs und Mädchen, und das Ding um die Bienen und Blumen war zwangsläufig ein Dauerthema. Wir durften auch mit einem Schulfahrzeug auf abgesperrter Strecke herumkurven. Darum ging es ja. Der winzige Toyota Starlet war aber für meine rennfahrerischen Ambitionen in jeglicher Hinsicht eher eine Spassbremse. Zudem steckte dessen Schlüssel zu vorgerückter Stunde in der falschen Tasche.

Die Autohersteller bescheren uns zwar immer schönere Fahrzeuge und auch Interieurs. Der hohe Ausbaustatus läuft aber dem lustvollen Quickie im Fahrgastraum definitiv entgegen.

Mit 18 durfte ich dann endlich vom öffentlichen «Verkehr» ins Auto umsteigen und hoffte auf viel Privatsphäre. Als junger Rennfahrer ist aber nicht alles so glamourös, wie gewünscht. Ich hatte damals einen hellblauen Mercedes Sprinter, um an die Kartrennen zu reisen, ein schmuckloses Nutzfahrzeug, welches mir aber gute Dienste bot. Dieser hatte sowohl in der Fahrgastzelle (Fahrer-/Beifahrersitzbank) als auch im Ladeabteil genug Platz! Aber der immer mit Kart-Utensilien vollbepackte Rennbus war kein bisschen sexy und nicht wirklich das, was man sich als Jugendlicher unter einem imagefördernden Auto vorstellt. Geschlafen wurde zwar in meinem blauen Rennbus. Wenn aber, dann aus purer Not, völlig übermüdet auf einem Parkplatz oder in einem Fahrerlager. Das war kein Traum für die holde Weiblichkeit.

Da war ich im BMW meines Vaters erfolgreicher. Doch die konservative Limousine erwies sich als ziemlich eng und der Akt als durchaus kompliziert. Die «Freude am…» hielt sich in Grenzen, und die sichtbaren Fussabdrücke beim nächsten Beschlagen der Frontscheibe waren meinen Eltern irgendwie schwierig zu erklären. Aber ich hatte Glück, denn ich habe gehört, dass solche Abdrücke schon zu Scheidungen geführt haben.

Die Autohersteller bescheren uns zwar immer schönere Fahrzeuge und auch Interieurs. Der hohe Ausbaustatus läuft aber dem lustvollen Quickie im Fahrgastraum definitiv entgegen. Man denke nur an die immer ergonomischeren Sportsitze und an die breiten Mittelkonsolen. Interessant sind aber die Fondräume der Nobelkombis, und auch den Boom von SUV kann man durch diese Brille völlig anders sehen.

Als ich durch meine langsam in Schwung kommende Rennfahrerkarriere einer potenziellen Damenschaft mit immer stimulierenden Fahrzeugen begegnete, turnen die anderweitig ab. Sportwagen sind so gesehen der blanke Horror. Der Fahrer wie auch der Beifahrer liegen eingebettet im Sitz und werden durch eine immense Mittelkonsole getrennt werden. Frauen mögen ja vielleicht auf schöne Autos stehen. Aber ich glaube, auch Sie stimmen mir zu, dass diese Fahrzeuge zum Fahren gemacht sind. Und wenn man es fahrerisch beherrscht, mit dem Fahrzeug den richtigen Walzer oder Tango anzugasen, kann es auch so ein schöner Abend werden.

Welches erste Mal für mich allerdings aufregender war, werde ich aus Diskretionsgründen nicht verraten!

Fotos: zvg